Wiki über Sexualität
Sexualität
Die Sexualität ist ein menschliches Grundbedürfnis und Teil unseres Lebens. Sie diente ursprünglich der Fortpflanzung; neben dem Delfin ist der Mensch jedoch das einzige Säugetier, das auch zum Vergnügen Sex hat. Wenn wir uns in einen anderen Menschen verlieben oder ihn körperlich anziehend finden, ohne dass wir eine Beziehung eingehen wollen, kommt automatisch die Sexualität ins Spiel und wir wünschen uns näheren Kontakt und sexuelle Erfahrungen mit unserem Gegenüber. Wenn die Sexualität im Leben fehlt, werden wir wiederum schnell unglücklich und fühlen uns oft nicht richtig erfüllt.
Was ist Sexualität?
Der Begriff Sexualität beschreibt alle Tätigkeiten, Auffassungen und Verhaltensweisen, die mit dem Geschlechtsakt zu tun haben. Weiter gefasst schließen sie auch Bereiche ein, die nicht direkt mit dem Sex, sondern beispielsweise mit dem Vorspiel, der sexuellen Orientierung oder unseren individuellen Vorlieben zu tun haben. In der Alltagssprache redet man von Sex und meint damit häufig die Sexualität, da man sich nicht auf den reinen Geschlechtsakt bezieht, sondern sich noch sehr viel mehr darunter vorstellt. Der amerikanische Psychologe Abraham Maslow erkannte fünf Bedürfnisstufen des Menschen und ordnete diese zu einer Bedürfnispyramide. Auf der untersten Stufe stehen die Bedürfnisse, die in jedem Fall erfüllt und verwirklicht sein müssen, damit der Mensch überhaupt psychisch gesund sein und sich selbst verwirklichen kann. Die Sexualität gehört dazu, sie ist ein menschliches Grundbedürfnis; wenn sie uns fehlt, können wir kaum wirklich glücklich sein.
Sexualität - damals und heute
Männer durften in vielen Gesellschaften frei ihre Sexualität ausleben. In Griechenland waren homosexuelle Kontakt beispielsweise hoch angesehen, Adelige in der europäischen Gesellschaft hatten Mätressen und in vielen Eingeborenengesellschaften in anderen Teilen der Welt war die Polygynie die herrschende Gesellschaftsform, was bedeutet, dass ein Mann mehrere Frauen hatte. Frauen hingegen hatten in sehr vielen Gesellschaften bis zur Ehe enthaltsam zu leben und mussten sich an einen Mann binden, der ihr Leben lang den Sexualpartner darstellte. Heute ist das anders, die sexuelle Offenheit greift um sich und jeder darf sich sexuell entwickeln und entfalten, wie er möchte. Auch Homosexualität ist in weiten Teilen der Gesellschaft kein Problem mehr, sondern gilt als normal. Es ist inzwischen sogar so weit gekommen, dass man selbst über den einen oder anderen Fetisch offen sprechen kann. Sexuelle Offenheit ist gern gesehen, und das alte Ideal, dass man sich bis zur Ehe aufheben sollte, gilt höchstens noch in religiösen Kreisen.
Sexualität und die Liebe
Eine erfüllte Sexualität muss nicht immer bedeuten, dass man auch Liebe im Leben hat. Frauen schütten beim Geschlechtsverkehr das Hormon Oxytocin aus, das sie bindungswillig macht - deshalb verlieben sie sich so oft in ihre Sexualpartner. Bei Männern ist das anders. Für sie ist die Sexualität ein Weg, Druck abzulassen und den Alltag hinter sich zu lassen, sich männlich und wertvoll zu fühlen. Der Mann will nicht unbedingt nur in einer Beziehung Sex haben, denn es ist sein evolutionär bedingtes Ziel, seine Gene so weit wie möglich zu verbreiten. Wenn allerdings Liebe ins Spiel kommt, wollen wir natürlich auch Sex mit dem anderen Menschen haben, andernfalls bräuchten wir keine Beziehung. Angesichts der so offen ausgelebten Sexualität im heutigen Alltag sind klare Absprachen wichtig. Sexualpartner müssen zueinander passen, ähnliche Wünsche und Vorstellungen haben und sich einig darüber sein, was sie wollen und was nicht - andernfalls entsteht aufgrund der Vielfalt schnell einmal ein schmerzhaftes Missverständnis.